Der Tag beginnt mit Outlook, und der Tag endet mit Outlook – der Arbeitstag, wohlgemerkt. Der Stellenwert Outlooks in meinem Leben ist groß, allerdings weitaus größer, als mir lieb wäre.
Ich stehe mit Outlook auf Kriegsfuß, und das aus mehreren Gründen.
Verkleidung
Gleich nach dem Start wird das Programm übermütig – es drängt sich in den Vordergrund, um dann gleich mal komplett die Fassung zu verlieren. Der gesamte Computer ist blockiert. Wehe, mann klickt irgendwo hin: Outlook verliert das fesche schwarze Gewand (die glänzende Titelleiste) und zeigt sich im traurigen, angestaubten Look, der seine alten Redmonder Wurzeln verrät.
Die schöne Oberfläche ist auch nur halbherzige Fassade. Wenn man tiefer gräbt, stößt man bald auf uralte Relikte, die sowohl dem normalen Menschenverstand als auch jeder sinnvollen GUI-Design-Richtlinie widersprechen. Der Look ist hier noch das geringere Übel. Fehlende Konsistenz und die völlige Abwesenheit eines einheitlichen Konzeptes wären einem Hobby-Programmierer zu verzeihen, nicht aber dem weltgrößten Softwarekonzern.
Dialog im Dunkeln
Microsoft und die Dialoge ein absurdes Theater und ein Labyrinth zugleich. Das Ergebnis ist Frust und tiefste Abneigung gegen jede Änderung der Einstellungen oder sonstiger Abartigkeiten in den Untiefen Outlooks.
Die Dialoge und die Sprünge zwischen Dialogen zu Sub- und SubSub-Dialogen sind vom Aufbau schwer verständlich (weil keiner leicht erlernbaren Logik folgend) und verhalten sich teilweise wie Wurmlöcher. Man landet urplötzlich in einen Bereich, der ganz wo anders liegt. Zurück kann man dann aber oft nicht, also muss man sich erneut auf die Reise begeben.
Geschwindigkeit
Dafür gibts Null Punkte. Am Beginn jeden Arbeitstages beobachte ich die Statusmeldungen und muss Lachen und Weinen gleichzeitig. Da stehe z. B., dass der Posteingang aktualisiert wird. Von 64kB ist die Rede. Der Computer hängt über eine Gigabit-Leitung an Exchange, hat einen Zweikernprozessor und ist auch sonst so flott, dass ich nicht klagen kann. Aber Outlook schafft es trotzden, für 64kB fast eine Minute zu brauchen.
Was kann man besser machen?
Alles, was schlecht ist: Das Design der Dialoge, die Platzierung und Benennung der Einstellungen, das Entwirren des Dialoglabyrinths, und ganz, ganz dringend – die Performance.
Muss denn das Outlook-bashing sein?
Wahrscheinlich schon. Der weltgrößte Softwarekonzern beweist immer wieder, dass Manpower und riesige Ressourcen nicht ausreichen, um gute Software zu schreiben, die out-of-the-box Freude macht und funktioniert. Jede Forderung nach Besserung ist also implizit ungerecht, weil man sie ja nicht erwartet. Und überhaupt liegt es vielleicht gar nicht an Outlook, sondern an Exchange?
Fazit
Es ist nicht Alles schlecht an Outlook. Ich lese und verfasse Mails und hab einen Kalender. Aber es fällt mir zig Mal am Tag unangenehm auf. Das ist zu viel für ein Programm für den täglichen Einsatz. Ich suche nach einer Alternative, mit der auch meine Kollegen gut können (die scheinen sich mehr mit den Unstimmigkeiten abgefunden zu haben)